Unsere Erfahrungen und Ansätze

Wir sind tätig in politischen Gruppen, Wohngemeinschaften, Betrieben und NGO’s und greifen in unserer Arbeit auf professionelle und persönliche Erfahrungen aus diesen Bereichen zurück.

Durch die Auseinandersetzung mit Kommunikation und Konflikten wissen wir, wie hilfreich es ist, Methoden zu kennen und sich selbst zu reflektieren. Dies konnten wir in den letzten Jahren durch verschiedene Weiterbildungen inhaltlich vertiefen.

Einige von uns haben an der Fortbildung „Konfliktmoderation in Sozialen Bewegungen und selbstverwalteten Projekten“ von der Kurve Wustrow teilgenommen, andere an dem Kurs „Große Gruppen begleiten“ und dem „Campus für weltverändernde Praxis“ der Rosa Luxemburg Stiftung. Viele von uns haben Mediationsausbildungen gemacht, einige haben in Weiterbildungskursen die Gewaltfreie Kommunikation nach Rosenberg gelernt. Viele von uns teamen seit Jahren Bildungsseminare für verschiedene Freiwilligendienste. Einige arbeiten in der Beratung und kennen sich mit therapeutischer Gesprächsführung aus.

Unsere Hintergründe reichen von Psychologie, Ergotherapie, Kunst und Pädagogik zu Soziologie, Geografie und Volkswirtschaft.

Methoden und Ansätze

In unserer Arbeit nutzen wir ein breites Spektrum an Methoden und Ansätzen, einige davon erklären wir hier nochmal genauer:

Mediation:
Mediation ist ein Verfahren zur Bearbeitung von Konflikten, das auf zwei Säulen basiert: Methode und Haltung.

Konflikte sind aus Sicht der Mediation jene Situationen, in denen sich eine Person durch eine andere Person in ihrem Handeln, Denken oder Fühlen eingeschränkt fühlt. Konflikte können aufgrund der Verteilung von beschränkten Ressourcen, wegen unterschiedlicher Ziele oder Wünsche oder aufgrund unterschiedlicher Werte entstehen. Sie sind meist sehr belastend für die betroffenen Personen, bieten aber auch Chancen zu persönlichem Wachstum und zur Weiterentwicklung von Gruppen und Organisationen.

Eine klassische Mediation verläuft nach einem strukturierten Schema in 5 Phasen, für deren „Einhaltung“ die Mediator*innen verantwortlich sind. So können sich die Konfliktparteien ganz auf ihre Inhalte einlassen und konzentrieren.

Zum Ablauf:
Nach der Auftragsklärung und Zielsetzung (Phase 1), werden die verschiedenen Konfliktparteien und ihre Sichtweisen gehört. Es geht darum, sich auf gemeinsame Themen zu einigen, in denen eine Klärung erfolgen soll (Phase 2).
Die Mediator*innen unterstützen die Konfliktparteien dabei, ihre eigenen Bedürfnisse und Interessen und der anderen Person wahrzunehmen (Phase 3). Somit können die Ursachen der Konflikte besser verstanden werden.

Die Konfliktparteien entwickeln nun Ideen, Vorschläge und Handlungsoptionen, um mit dem bestehenden oder zukünftigen Konflikten umzugehen (Phase 4). Nach einer gemeinsamen Entscheidung über die konkreten Maßnahmen zur Bearbeitung des Konflikts werden diese schriftlich festgehalten (Phase 5). So kann eine nachhaltige Einigung und Vereinbarung entstehen.

Die Haltung der Mediator*innen ist dabei allparteilich und basiert auf Empathie. Sie ist den Interessen aller Beteiligten verpflichtet und schafft Verständnis für deren Beweggründe und Wünsche. Die Mediator*innen leiten das Gespräch mit einem Fokus auf Ressourcen und Lösungsoptionen und unterstützen bei der Bearbeitung der bestehenden Probleme. Dabei behandeln sie alles in der Mediation Besprochene vertraulich.

Gewaltfreie Kommunikation:
Die Gewaltfreie Kommunikation (GFK) nach Marshall Rosenberg ist sowohl eine Methode zur Bearbeitung von Konflikten, als auch eine Art Philosophie des menschlichen Handelns. Wofür handeln Menschen so wie sie handeln? Was treibt sie an? Warum wenden sie Gewalt an? Wann sind sie verständnisvoll und bereit zur Kooperation?

Laut der GFK sind alle Handlungen durch grundlegende Bedürfnisse wie zum Beispiel Sicherheit, Akzeptanz, Liebe, Gemeinschaft motiviert. Gewaltfreies Handeln ist dann möglich, wenn ein Mensch sich dieser Bedürfnisse bewusst ist. Dies ist jedoch nicht immer der Fall.

Die GFK analysiert unsere Gesellschaft als Dominanzkultur, in der Kommunikation allzu oft dazu dient, Macht über andere Menschen auszuüben. Dies geschieht durch Strafe, Schuldzuweisungen, Erzeugung von Scham, aber auch durch Belohnungen. Auf diese Weise bringen wir andere Menschen dazu, etwas zu tun, was wir selbst richtig finden. Die Sprache, die diese Strategien nutzt, arbeitet mit den Kategorien „richtig“ und „falsch“. Dies verhindert Kommunikation auf Augenhöhe und ein stabiles Selbstwertgefühl.

Im Gegensatz dazu hat die GFK die Vision, eine empathische Kultur zu fördern, in der sich Menschen mit Verständnis und in Freiheit begegnen. Sie geht davon aus, dass alle Menschen den Wunsch haben, zum Wohlergehen anderer beizutragen, wenn es ihnen möglich ist.

Die Methoden der GFK helfen dabei, eine empathische Haltung zu entwickeln. Empathie bedeutet, ein tieferes Verständnis von sich selbst und den Vorgängen in anderen Menschen zu bekommen, um kooperative Lösungen für Probleme zu entwickeln.

Council:
Council ist eine nichthierarchische, gewaltfreie Kommunikationsform in Gruppen, die das Zuhören in den Mittelpunkt stellt und mit „zu Rate sitzen“ übersetzt werden könnte. Council ist ein Weg zur Förderung der Selbstachtung und Selbstachtsamkeit, sowie der Kommunikation miteinander. Council ist ein sehr wirksamstes Mittel zur Bildung einer tragfähigen Gemeinschaftskultur und ebensolchen Beziehungen. Es bietet Teams, Einrichtungen und Gruppen aller Art ein hilfreiches Mittel, zur Gestaltung von Prozessen und zum Umgang mit Krisen und Konflikten, sowie zur Würdigung von bereits Erreichtem.
(Quelle: https://www.eschwege-institut.de/wayofcouncil.html)